Sonnenwende

(„WTF“ heißt „Welcome to Finland“)

Ich bin spontan für eine Woche zu guten Freunden nach Finnland geflogen und habe ein paar Sachen fotografiert. Der Flug dauerte so lange wie die Fahrt mit dem ICE von Hannover nach Berlin. Hinsetzen, den angebotenen Tee trinken, einmal aufs Klo und zack, schon ist man 1.200 Kilometer nordöstlich in der europäischen Nachbarschaft.
Kurz vorm Rückflug nach Berlin blieb sogar noch Zeit für einen kleinen Film, den ich aber wahrscheinlich erst nächsten Monat fertig machen kann. Vorher gibts noch ein paar Sachen für die Uni zu fotografieren und mehrere tausend Fotos zu editieren.

Die langen Tage um Juhannus sehen keine Dunkelheit, erst gegen Mitternacht setzt eine gewisse Dämmerung ein. Doch die Sonne verschwindet nie komplett.
Der längste Tag des Jahres hat in Finnland eine große kulturelle Bedeutung. Auf dem Land gibt es Feste mit Lagerfeuer – bei unserem war auch die finnische ARD dabei (bei 2:08 bin ich im Bild). Zuhause wird in den Tagen um die Sonnenwende viel getrunken, gegessen und gelacht. Tatsächlich war der Rhythmus so: Aufstehen – Essen – Essen vorbereiten – Essen – Nickerchen – Essen vorbereiten – Trinken und Essen – Schlaf. Dazu Sauna am See bis Mitternacht und baden im kalten Wasser. Ich habe mich lange nicht mehr so lebendig gefühlt. Und ich habe beim Spiel Möckely gewonnen und wurde zum König von Juhannus ernannt.

Im Video oben sind alle Bilder aus meiner Reise enthalten, Handy + Kamera. Unbearbeitet und roh. Etwas betrunken* war ich zwischen 1:04 und 1:13, 1:28 und 2:03 und dann noch mal zwischen 5:06 und 5:08.

*Die Finnen trinken gerne und als Gast muss man mitmachen. Ich persönliche trinke recht selten und wenn dann wenig. In der Woche habe ich wohl mehr Alkohol konsumiert als in den ganzen sechs Monaten zuvor.

Die erste Hälfte von 2015 war bei mir eher… suboptimal. Viele Absagen, Ablehnungen oder gescheiterte Projekte. Daher viel Langeweile und freie Zeit. Zusätzlich sind oft Seminare ausgefallen, sodass ich in Hannover irgendwie nutzlos feststeckte. Fühlte mich wie eingeschneit. Ich war glaube seit fünf Jahren nicht mehr so lange am Stück unzufrieden wie im letzten halben Jahr.
Die Reise nach Finnland ist für mich jetzt eine Wende und Anlass, einige Sachen zu ändern. So werde ich nach vier Jahren nun meine Wohnung in Hannover auflösen und mehr reisen. Die Uni werde ich noch abschließen, aber die wenigen, restlichen Kurse werde ich von Berlin aus wahrnehmen.

Ab jetzt werden die Tage wieder kürzer. Vielleicht auch besser.

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