rennende japanische Mädchen

(wenn man die kamera rausholt gibts immer eine gruppe japanischer mädchen die posieren. keine ahnung wer die sind, aber sie hatten spaß fotografiert zu werden)

war heut bei nem Matsuri, das sind Sommerfestivals, die überall stattfinden, mal hier, mal da. Vergleichbar mit ner deutschen Kirmes, aber dann doch mehr mit Tradition und vorallem besseren japanischen Essen. Meist findets um nen Tempel herum statt, mit Tanz und Kultur.

Heute war das Matsuri in Roppongi, dem Partyviertel von Tokyo. Das schreiben zumindest alle Reiseführer, weswegen alle Gaijin (=Nichtjapaner, Ausländer) nach Roppongi gehen, um Party zu machen. Das führt dazu, dass in Roppongi fast nur Gaijin sind, und leichte japanische Mädchen, die auf Gaijin stehen.
Meistens sind die Gaijin oberflächliche Amerikaner, und die Japanerinnen etwas dümmlich. Bestes Beispiel beim Matsuri heute:
Ein Amerikaner zerdrückte mit lauten Rülpsen an seiner Stirn eine Bierdose, was die Japanerinnen anscheinend sehr amüsant fanden, und der Amerikaner zum Anlass nahm, mit ihnen high-five zu machen.

Auf einmal Hektik – hunderte von japanischen Mädchen rannten in eine Richtung. Ich dachte zuerst, Godzilla ist vorbeigekommen, und hat den Amerikaner wie eine Bierdose zerdrückt. Als Fotojournalist in-spe bin ich natürlich mitgerannt.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite liefen drei Jungs – und hinter ihnen eine Traube von hunderten japanischen Mädchen, die alle ihr Handy zückten um die Jungs abzulichten. Trotzdem hielten sie stets zwei Meter Abstand zu den Jungs, die sich dabei die größte Mühe gaben, so zu tun, als merkten sie nicht, dass hunderte japanische Mädchen respektvoll aber stetig hinter ihnen her wackelten.
Einen Japaner fragte ich dann, wer das nun war, und es stellte sich heraus, dass es “Schauspieler” einer Soap waren.

Meine deutsche Begleitung meinte, sie würde nicht gern in Japan berühmt sein wollen.

Ich persönlich hät jedoch nichts dagegen, wenn mir hunderte japanische Mädchen, gekleidet im Yukata, folgen würden.

Ganz ehrlich.

Erste Eindrücke ohne Abdrucke

So… nach vielen Schreien danach und vielen merkwürdigen Erlebnissen in Tokyo, hab ich nun doch entschieden nen Blog zu führen. Das ich jetzt schon übern Monat hier bin, machts chronologisch nicht akurat, aber ich geb mir Mühe möglichst viel abzudecken.
Es folgen nun einige der ersten Impressionen von Tokyo und Umgebung, die ich eigentlich der Berliner Zeitung angeboten hatte. Sie wollten keins, drum veröffentliche ich es jetzt nun selbst. Ätsch.

Eine einsame und wartende, traditionell gekleidete Frau, die von den Passanten mehr oder weniger ignoriert wird. So ist auch teilweise mein Eindruck von Tokyo: Die Leute sind so in Eile, dass sie die japanische Kultur und Tradition am Rande stehen lassen und vergessen.

Die Mercer-Studie hat kürzlich herausgefunden, dass Tokyo wieder zur teuersten Stadt der Welt aufgestiegen ist. Doch es gibt auch hier Sachen die kostenfrei sind, wie zum Beispiel die Aussicht aus dem Metropolitan Government Building, dem ziemlich gewaltigen Rathaus von Tokyo. Der Eintritt ist frei, aber die Aussicht auf diese nicht enden wollende Stadt unbezahlbar.

dieses Bild habe ich vom Tokyo Tower aus gemacht, man erkennt schon von weitem die Leuchtreklame und Lichterwelten von Roppongi, dem Amüsierbezirk von Tokyo, mit seinen vielen Clubs und Bars.

Ein paar Aufnahmen von der Stadt Tokyo, man erkennt oft nicht, wo die Stadt aufhört und der Smog beginnt. Tokyo als Stadt zu bezeichnen wäre auch verkehrt, rein verwaltungstechnisch existiert Tokyo auch nicht, es gibt nur die einzelnen Städte innerhalb der Region Tokyo, das ganze Gebiet selbst wird als Ost-Japan verwaltet.

Tokyo hat sich ja als Austragungsort für die Olympischen Spiele 2016 beworben, überall in der Stadt gibt es bereits Fahnen und Flaggen mit den Olympischen Ringen und Sprüchen, die den kollektiven Ehrgeiz beschwören, sich ganz viel Mühe zu geben um Austragungsort zu werden.
(Darüber hinaus hat sich Japan auch als Austragungsort für die Fussball-WM für 2018 UND 2022 beworben)

Akihabara Electrical Town ist das Zentrum für Elektrogeräte in Tokyo (so wie Japan im Prinzip das Zentrum der Welt für Elektrogeräte ist). Überall Lichter, Neonröhren und elektronische Spielereien. Das neueste Spielzeug ist eine Rolltreppe, die vaporisiertes Wasser auf die Leute auf der Treppe sprüht – was bei den konstanten südpazifischen 30°C und der knallenden Sonne echt angenehm ist. Die ständig gebrauchten und benutzten Fächer wirbeln auch nur die warme Luft zurück zum Wedler…

Ein Geschäftsmann in Shibuya, dem belebtesten Viertel in Tokyo, mit Shibuya Crossing, der größten Verkehrskreuzung der Welt, die pro Ampelphase von bis zu 15.000 Leuten auf einmal passiert wird.

Ein Unwetter braut sich über der Stadt zusammen, was hier im Südpazifik öfter mal recht heftig werden kann. Der einzige der dagegen steht ist ein Wachmann, der tapfer alleine den Kaiserlichen Palast bewacht, der hinter ihm ist (leider nicht im Bild).

zu den merkwürdigen Besonderheiten: Ein abschließbarer Parkplatz für Schirme. Auch wenn man in Tokyo keine Angst haben muss, beklaut zu werden. Es ist alles sehr sicher hier. Es ist viel mehr ein Gebot der Höflichkeit, seinen Schirm draußen zu parken.

Eins der vielen Festivals die im Sommer in den Schreinen und Tempeln von Japan stattfinden. Zu den Festlichkeiten wurden 30.000 Lampions aufgehängt und es herrscht eine angenehme Volksfeststimmung. Dieses Festival hier ist im Yasukuni Jinja, einem Schrein in dem den Toten vom 1. Und 2. Weltkrieg gedacht wird. Dabei allerdings auch den Kriegsverbrechern, was zu heftigen Spannungen innerhalb von Asien führt, jedes Mal wenn der Premierminister diesen Tempel öffentlichkeitswirksam besucht.

Ein Unwetter braut sich auf Niijima zusammen, einer kleinen Insel 130km südlich von Tokyo, die aber immer noch zu dessen Verwaltungssystem gehört. Auch dort finden sich überall die olympischen Flaggen, auch wenn Niijima von Olympia soweit entfernt ist, wie Tokyo von Berlin.